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Der erste gemeinsame Landeswettbewerb „Band (Rock und Pop)“ von Berlin und Brandenburg

„Jugend musiziert“ und Pop, geht das? Die Skepsis war vielerorts groß, als 2006 eine Pilotgruppe von Bundesländern, darunter Berlin, erstmals Solo-Wertungen im Bereich Pop anboten. Aber das Projekt erwies sich schnell als Erfolgsmodell: Authentisch, kreativ, eigenständig – von Anfang an waren Juroren und Zuhörer begeistert von dem, was sie im Wettbewerb zu hören bekamen. Denn in der Popmusik gelten naturgemäß andere Maßstäbe als bei der Interpretation einer Beethoven-Sonate. „Selbstverständlich muss das Handwerkszeug vorhanden sein“, sagt Dr. Catrin Gocksch, Leiterin der „AG Pop“ im Landesausschuss Jugend musiziert Berlin, „aber das Entscheidende ist die Aussage. Mit welcher Energie stehen die Musiker auf der Bühne, wie präsent sind sie, wie originell ist die musikalische oder textliche Idee des Songs.“

Heartbreakers

The Heartbreakers (Foto Peter Adamik)

Im Hinterkopf war von Anfang an das Fernziel, auch Band-Wertungen auszuschreiben. Denn fingerfertige Gitarristen und virtuose Drummer sind ja schön und gut, aber Popmusik lebt nun einmal vom gemeinsamen Musizieren. So startete Jugend musiziert Berlin vor fünf Jahren einen weiteren Versuchsballon. 2017 sind nun erstmals Bands aus Brandenburg mit an Bord. Und auch dort war man von der neuen Erfahrung begeistert. „Der Band-Wettbewerb beweist, dass ‚Jugend musiziert‘ nach wie vor innovativ und zukunftsfähig ist“, meint Ulrich Stein, Leiter der Musikschule des Landkreises Oberspreewald, der den Regionalwettbewerb Brandenburg-Süd in Senftenberg ausgerichtet hat. Besonders beeindruckt hat ihn, abgesehen vom allgemein hohen Niveau der Performances, „die Kreativität der jungen Musikerinnen und Musiker bei ihren eigenen Titeln und Kompositionen.“

16 Bands trafen nach den getrennt durchgeführten Regionalwettbewerben nun im Landeswettbewerb im Kulturhaus Karlshorst aufeinander. Die jüngsten Teilnehmer sind gerade einmal 10 Jahre alt, einige der älteren treten mit professionellem Anspruch auf. Das Spektrum reicht von akustischem Pop auf klassischen Instrumenten wie Klarinette und Cello über Singer/Songwriting bis hin zu punk-orientierten Formationen.

In diesem Jahr waren erstmals auch Produzenten mit im Boot – seit langer Zeit ein Anliegen von Catrin Gocksch: „Pop-Produzenten haben ja beim Entstehen von Songs einen sehr großen Anteil. Sie haben ganz eigene Klangvorstellungen und prägen zum Teil die Sounds der Musikstücke maßgeblich. Wenn sie dabei sind, besteht die Chance, ganz junge Leute kennen zu lernen. Und andererseits können sie den Musikerinnen und Musikern Hinweise geben, auf welches Pferd sie setzen könnten, um sich auszuprobieren, und vielleicht Talente aufdecken, die ein Jugendlicher an sich selber noch gar nicht wahrgenommen hat.“

Jugendjury

Leona Heine (Vorsitz), Rebecca von Amsberg, Fabian Schmitz, Georg R. Pampel (v.l.n.r.)

Auch die Jugendjury, die mittlerweile im 3. Jahr besteht und eine etablierte Institution geworden ist, vergab einen eigenen Preis, was den Ergebnissen insgesamt noch einen zusätzlichen Aspekt von Breite und Vielfalt gab. Der Preis der Jugendjury ging an „StarkStromKids“ und „Diva“

Die Bands konkurrierten auch um etliche Sonderpreise, u.a. vom Musikhaus „Just Music“, von dem Komponisten und Produzenten Rainer Oleak und von der „Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst“ sowie um diverse Konzertmitwirkungen u.a. bei „Sound City“ in Brandenburg.

In der Altersgruppe II ging der einzige erste Preis an „Jeamm“ (Berlin). Drei erste Plätze gab es in der Altersgruppe III für „RoKuLa“ (Berlin), „Noah“ (Bernau) und die „Starkstromkids“ (Senftenberg).

           

In der teilnehmerstarken Altersgruppe V vergab die Jury die sieben erste Preise an die „Cardboard Hearts“ (Berlin), an „Green Forest“ (Grünwalde), an die „Hearthbreakers“ (Fürstenwalde), an die „Hirokesen“ (Berlin), an „Mango Delight“ (Königs Wusterhausen), an „No Silence“ (Rathenow), und an „Taxi nach Tegel“ (Berlin). Die beiden bands „Otherway“ (Cottbus) und „The Chips“ (Eberswalde) belegten zweite Plätze.

In der Altersgruppe VI stand „Duke Brass“ aus Kleinmachnow mit der Höchstpunktzahl 25 auf dem Siegertreppchen, Zwei zweite Preise holten sich „Deny Ruin“ aus Lübben und „Diva“ aus Schwarzheide.

Übrigens haben inzwischen auch andere Bundesländer Interesse an den Band-Wertungen angemeldet - wer weiß, vielleicht rockt „Jumu“ eines Tages die ganze Republik!

Walter Thomas Heyn

Basistext und Recherche Eva Blaskewitz

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