Einsteigertipps

Wenn der Nachwuchs ein Instrument spielen möchte, haben Eltern eine Menge Fragen – und Profis die Antworten darauf:

Die folgenden Tipps stammen von staatlich geprüften Musikpädagogen der Tonkünstlerverbände

 

  • Woran erkennt man, ob ein Kind musikalisch begabt ist?

Hat ein Kind schon in den ersten Lebensjahren eine kreative Ader, also malt und bastelt es viel, denkt es sich gerne neue Spiele aus, singt es beim Spielen vor sich hin oder ist begeistert vom Singen im Kindergarten, dann deutet es auf eine Begabung hin, die weiter gefördert werden kann z.B. durch häufiges Singen und musikalische Früherziehung.

 

  • Was lernen Kinder in der musikalischen Früherziehung?

Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren werden spielerisch an die Musik herangeführt durch Singen, Sprechen, Hören, Rhythmik, Bewegung, Klang und Instrumentenkunde. Notenlesen und das Erlernen eines Instruments gehören nicht dazu.

 

  • In welchem Alter kann ein Kind anfangen, ein Musikinstrument zu erlernen?

Ohne kognitive Fähigkeiten wie etwa das Erkennen und Lesen von Noten kommt auch ein musikalisch begabter Mensch nicht weit. Diese Fähigkeiten zur Abstraktion entwickeln Kinder im Grundschulalter z.B. mit dem Lesen lernen. Dies ist auch ein guter Zeitpunkt, um ein Instrument zu spielen.

 

  • Welches Musikinstrument ist richtig für mein Kind?

Zum Einstieg eignet sich meist eine Blockflöte, besser noch eine Melodica. Ihre Vorteile liegen darin, dass saubere Töne nicht erst dann entstehen, wenn wie bei der Flöte die Finger komplett die Löcher abdecken. Das ist für kleine Kinderhände keine leichte Aufgabe. Bei der Melodica genügt einfacher Tastendruck. Die Technik ist leicht zu erlernen, Erfolgserlebnisse kommen schon bald, die Anschaffung ist günstig, ebenso der Unterricht in der Gruppe (macht in diesem Alter auch mehr Spaß).

Manche Kinder aber haben bereits so konkrete Vorstellungen, welches Musikinstrument sie spielen möchten, dass Eltern sich hiervon leiten lassen sollten. Denn Wunsch und Wille machen einen Großteil seiner Motivation zum Üben aus. Wird ein Kind zu einem anderen Instrument „überredet“, verliert es erfahrungsgemäß schon bald die Lust.

Allerdings gibt es Einschränkungen: Für Blasinstrumente wie etwa Klarinette, Saxophon oder Trompete braucht man ein ausreichendes Lungenvolumen – nichts also für Kinder unter 10 Jahren. Quirlige und unruhige Kinder haben mehr Erfolgserlebnisse mit Tasteninstrumenten oder Schlaginstrumenten, weil hierbei ein definierter Ton „angeschlagen“ wird. Dagegen braucht es eine Menge Ausdauer und Geduld für Saiteninstrumente wie Violine, Bratsche oder Cello bei Kindern wie auch bei den Eltern. Ausnahme: das klassische Begleitinstrument Gitarre mit seinen Stegen sorgt rascher für einen guten Ton und Erfolgserlebnisse.

 

  • Kann man Musikinstrumente leihen?

Natürlich kann man Instrumente leihen. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn noch nicht sicher ist, ob das Kind tatsächlich bei seinem Wunschinstrument bleibt. Auch bei Streichinstrumenten lohnt der Kauf zunächst nicht unbedingt, denn sie sollen ja mitwachsen. Viele Musikgeschäfte und Fachhändler bieten diesen Leihservice oder eine Variante davon, den so genannten Mietkauf oder auch gebrauchte Instrumente. Ohne ein Instrument eigenhändig zu prüfen, sollte man es nicht kaufen, weder neu noch gebraucht. Wer keine ausreichenden Kenntnisse hat, sollte dafür einen Fachmann hinzuziehen.

 

  • Was zeichnet eine/n gute/n Musiklehrer/in aus?

Eine Fachausbildung an einer Musikhochschule mit Diplom. Das Studium umfasst die künstlerische Ausbildung an einem oder mehr Instrumenten (Hauptfach), die pädagogische und methodische Schulung, Musiktheorie, Gehörbildung, Formenlehre, Musikgeschichte, Instrumentenkunde, Akustik, Chor.

 

  • Was kostet der Musikunterricht?

Das kommt darauf an, wo man wohnt: In ländlichen Gegenden können die Honorare niedriger sein als in großen Städten. Doch es gibt nicht nur regionale Unterschiede. Die Spanne für 45 Minuten Einzelunterricht liegt zwischen 60 und 145 Euro pro Monat.

 

  • Wie und wo findet man private Musiklehrer, Musikschulen oder -vereine?

Wer keine Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis bekommt, der wird in Zeitung, Gelben Seiten oder im Internet fündig. Die Auswahl ist ebenso groß wie die Qualitätsunterschiede der Angebote. Die richtige Wahl ist also nicht selten auch Glücksache. Ob sich ein Kind im Unterrichtsbetrieb einer Musikschule oder eines Vereins wohl fühlt oder bei einem privaten Musikpädagogen, das kann man am ehesten nach einer Schnupperstunde feststellen.

Um die Eltern bei der bisher nicht ganz einfachen Suche nach qualifiziertem Instrumental- und Gesangsunterricht zu unterstützen, hat der Deutsche Tonkünstlerverband (DTKV) eine Musiklehrer-Datenbank für Deutschland entwickelt. Das besondere an www.musiklehrer-suche.de ist, dass nur qualifizierte Musiklehrer in das Verzeichnis aufgenommen werden, also nur Musikpädagogen, die ein Diplom nachweisen können. Außerdem können Musiklehrer dort komfortabel nach PLZ/Ort, Fach usw. gefunden werden.

Angesichts der Vielzahl von Anbietern ohne entsprechende Ausbildung ist dies ein wichtiges Kriterium. Schließlich erfordert die musikalische Ausbildung von den Eltern Investitionen über mehrere Jahre hinweg – dafür dürfen sie vom Musiklehrer auch optimale, qualifizierte Leistung erwarten.

 

  • Wie können Eltern ihr Kind unterstützen, wenn sie selbst keine musikalischen Kenntnisse besitzen?

Indem sie ihrem Kind beim Üben und Spielen zuhören, es loben, ermuntern und Begeisterung zeigen.

Dieses Verhalten motiviert und spornt an.

Die Fragen stellte Marion Seigel.

 

Wo finden Eltern geeignete Musiklehrer/Musiklehrerinnen?

Im Internet über . . .

www.musiklehrer-suche.de

www.musiklehrer-suchen.de

www.musiklehrer-gesucht.de

www.musiklehrer-finden.de

... sowie auf den Webseiten des DTKV und seiner Verbände,

in vielen Suchmaschinen (google, yahoo, lycos unter dem Stichwort Musiklehrer Suche.

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