Wahlfreiheit G8/G9Zeichnungsfrist verlängert!

Nachdem der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg die flächendeckende Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 nicht vorsieht, unterstützt der Landesmusikrat Baden-Württemberg eine Petition des Philologenverbandes, in der diese Wahlmöglichkeit gefordert wird. Die Petition kann bundesweit gezeichnet werden. Relevant für das Quorum sind die Stimmen aus Baden-Württemberg. Der Landesmusikrat Baden-Württemberg, die Landesgruppe ver.di Baden-Württemberg und der Tonkünstlerverband Baden-Württemberg empfehlen die Zeichnung unter:

Die Verdichtung der Schulzeit, wie sie im 8-jährigen Gymnasium zu Tage tritt, hat zu massiven Auswirkungen im Bereich der musisch-kulturellen Bildung bei Kindern und Jugendlichen geführt:
Die Zeitfenster, die zum Erlernen eines Instruments notwendig sind, sind nicht mehr vorhanden. Dadurch werden auch andere außerschulische Betätigungen (Sport, Ballett, Musikverein, etc.) eingeschränkt.

Dies ist nicht nur im Sinne einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung schädlich; es verhindert zudem einen Kreativitätsprozess, wie er in "Mußestunden" in Gang gesetzt werden würde.
Durch die nun auch vermehrt in den Nachmittagsstunden stattfindenden schulischen Aktivitäten sind Strukturen an öffentlichen und privaten Musikschulen sowie bei selbstständigen Lehrkräften bedroht. Die Unterrichtszeiten müssen auf Abende und Wochenenden gelegt werden.

Kinder und Jugendliche sind nach einem durchgetakteten Unterrichtstag am späten Nachmittag nicht mehr für Musikunterricht aufnahmefähig. Fehlende Übzeiten tun ihr Übriges.
Als Folge davon werden zukünftig auch die schulischen Ensembles wie Chöre und Orchester betroffen sein, weil die hierfür erforderlichen Zeitfenster und die außerschulisch erworbenen Fähigkeiten nicht mehr vorhanden sind. Diese Entwicklung setzt sich fort bis in den Bereich der Musikhochschulen: die Voraussetzungen, eine Aufnahmeprüfung zu bestehen, sind nicht (mehr) vorhanden.

Verbände und Institutionen, die sich für eine musisch-kulturelle Bildung bei Kindern und Jugendlichen einsetzen, erfahren die Bestätigung ihrer Befürchtungen von Elternseite: wo es eine Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 gibt, wird der längeren Schulzeit mit überwältigender Mehrheit der Vorzug gegeben.

In vielen Fällen wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, nach einem Realschulabschluss in drei Jahren an einem Fachgymnasium die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben (=G9).
Absolventinnen und Absolventen des 8-jährigen Gymnasiums beginnen nur in seltenen Fällen im direkten Anschluss ein Studium. Meist wird ein Jahr (oder mehr) mit einem Findungsprozess für ein Studium verbracht (Auslandsaufenthalt, Freiwilliges soziales/kulturelles Jahr, Jobben, "Chillen" als Ausgleich anstrengender Schuljahre).

Forderung:
flächendeckende Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 mit dem damit verbundenen Erhalt von elternfinanzierten Strukturen bei Musikunterricht öffentlich/privat.

Zum Seitenanfang
Die Website dtkv.net kann für Ihren Komfort Cookies verwenden. Sind Sie damit einverstanden?
Ich möchte weitere Informationen. Ja, ich bin damit 30 Tage einverstanden. Bitte keine Cookies verwenden.