Am 9. November 2019 trafen die Vorsitzenden und Geschäftsführungen der Landesverbände des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) in Frankfurt zur alljährlichen Länderkonferenz ein und wurden vom ausrichtenden hessischen Landesverband herzlich empfangen.

Gemäß Tradition wurde der Länderkonferenz am 8. November 2019 ein Thementag vorgeschaltet, den die hessische DTKV-Landesvorsitzende Heike Michaelis eröffnete. Hier kamen DTKV-Spitzenvertreter mit Vertretern der Bundesebene vom Verband deutscher Musikschulen (VdM), Bundesverband der Freien Musikschulen (bdfm), ver.di Bundesfachgruppe Musik sowie mit zahlreichen hessischen DTKV-Mitgliedern zusammen, um sich zur bundesweit schwierigen Situation der außerschulischen Musikpädagogik auszutauschen und gemeinsame Handlungsstrategien zu entwickeln.

Nicht von ungefähr wurde dieses Thema in Hessen diskutiert: Hessen gehört bei musikpädagogischen Belangen auf Bundesebene zu den Schlusslichtern, wie der VdM Landesverband Hessen bei seiner aktuellen „Kampagne 2019“ deutlich herausgearbeitet hat, so auch bei der finanziellen Ausstattung der musikalischen Bildung.

In der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion unter der Moderation von Andreas Kolb, Chefredakteur der neuen musikzeitung (nmz), wiesen die vier Beteiligten auf verschiedene Aspekte der derzeitigen kritischen Situation hin:

Volker Gerland, Präsidiumsmitglied des VdM, erwähnte den drohenden Fachkräftemangel in den öffentlichen Musikschulen durch die anstehende Pensionierungswelle, die unzureichende Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit musikpädagogischen Angeboten sowie die oft prekären Beschäftigungsverhältnisse von Musikschullehrkräften mangels ausreichender öffentlicher Bezuschussung.

Mario Müller, Vorsitzender des Bundesverbands der privaten Musikschulen, sprach diverse Aspekte der öffentlichen Bezuschussung sowie die Notwendigkeit eines klaren Profils der musikpädagogischen Anbieter an.

Gabor Scheinpflug, Vorsitzender von ver.di Bundesfachgruppe Musik, rückte das Thema Eigenverantwortung und insbesondere die Wertschätzung des eigenen Tuns durch die Musikpädagogen in den Mittelpunkt.

Edmund Wächter, Präsidiumsmitglied des DTKV, wünscht sich mehr gesellschaftliche Wertschätzung für die Musikpädagogik, beginnend bei Begrifflichkeiten (z.B.

„schulergänzender Musikunterricht“ statt derzeit gängig „außerschulischer Musikunterricht“) bis hin zu einer gesamtgesellschaftlichen Haltung für Qualität sowie für angemessene Honorierung der Lehrkräfte.

In der anschließenden offenen Diskussion waren sich die Anwesenden einig, dass öffentliche Zuschüsse für die Musikpädagogik von allen Beteiligten als Investition wahrgenommen werden sollten und dass hier eine öffentliche Bewusstseinsbildung anzustreben ist.

 

All diese Punkte wurden an den Tischen des folgenden World-Cafés vertieft, so dass nun die Grundlagen geschaffen worden sind für gemeinsame verbandsübergreifende Aktionen in Bund und Ländern.

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