Die Allianz der Freien Künste fordert die umgehende
Umsetzung des Unternehmer*innenlohns und die
Ausweitung der Novemberhilfe


Berlin, 10.11.2020 | Die seit Anfang November 2020 geltenden Maßnahmen zur Pan-
demiebekämpfung treffen die Kultur- und Kreativwirtschaft unverhältnismäßig hart.
Seit mehr als 8 Monaten tragen die Akteur*innen die existenzgefährdenden Maßnah-
men zur Eindämmung der Pandemie solidarisch mit. Dennoch fielen vor allem die
zahlreichen Soloselbstständigen, die hybrid Beschäftigten sowie die kleinen Betriebe
ohne hohe Betriebskosten bei den Wirtschaftshilfen des Bundes komplett durchs
Raster.


Vor diesem Hintergrund begrüßt die Allianz der Freien Künste, dass die von der Bun-
desregierung in Aussicht gestellte außerordentliche Wirtschaftshilfe (Novemberhilfe)
endlich auch die Soloselbstständigen einbezieht. Die Zuschüsse zum Ausgleich von
Einnahmeverlusten bis zu 75 % des Vorjahres-Umsatzes und die Wahloption zur Be-
rechnung (Umsatzes November 2019 oder Jahresdurchschnitt) erscheinen als geeig-
nete Instrumente um die Folgen des aktuellen Lockdowns abzufedern. Mit der Sen-
kung der Zugangshürden bis zu einem monatlichen Zuschuss von 5.000 Euro und
mit der Sonderregelung für Berufs-Ein- und Umsteiger*innen finden direkte Forderun-
gen der Allianz der Freien Künste ihre Umsetzung.
Jetzt müssen die angekündigten Hilfen unverzüglich und unbürokratisch zugänglich
gemacht werden. Die Allianz der Freien Künste fordert die Bundesregierung auf, die
Hilfen bei einer Verlängerung des Lockdowns in gleicher Form auch im Dezember
fortzusetzen.Darüber hinaus müssen die bei den Novemberhilfen für Soloselbstständige geltende
Wahloption zur Berechnung sowie der erleichterte Zugang (bis 5.000 Euro ohne
Steuerberatung) auch für GbRs und Kleinstbetriebe gelten.
Mehrere Vertreter*innen der Bundesregierung kündigten an, dass ein Unterneh-
mer*innenlohn im Rahmen der Überbrückungshilfe III (ab Januar 2021) eingeführt
werden soll. Die Allianz fordert die Bundesregierung zu rascherem Handeln auf. Der
Unternehmer*innenlohn für die von der Pandemie betroffenen Soloselbstständigen
ist überfällig und bedarf unverzüglicher Umsetzung – so wie ihn die Fachminister*in-
nen der Länder, der Kulturausschuss des Bundesrates, der Deutsche Kulturrat als
Spitzenverband der Kulturverbände, die Allianz der Freien Künste, eine überwälti-
gende Zahl von Fachverbänden und nicht zuletzt auch die Beauftragte der Bundesre-
gierung für Kultur und Medien unisono fordern.
Weiterhin braucht es auch in der Überbrückungshilfe III ähnlich wie bei der soge-
nannten Novemberhilfe einen erleichterten Zugang, ohne Beauftragung einer Wirt-
schaftsprüfung oder Steuerberatung. Hier braucht es schnellstmöglich Klarheit zu
den Eckpunkten des Hilfspaketes. Die Umsetzung darf nicht hinter die Ankündigung
zurückfallen.
Der Allianz der Freien Künste gehören folgende 19 Verbände an:
Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft, der Bund der Sze-
nografen, der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, der Bundesver-
band Freie Darstellende Künste, der Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum,
der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus, der Dachverband Tanz Deutschland,
der Deutsche Tonkünstlerverband, die Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische
Musik, die Deutsche Jazzunion, der Deutsche Komponistenverband, der Deutsche
Textdichter-Verband, FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland, die
Gesellschaft für Neue Musik, die Hans-Flesch-Gesellschaft, das Paul-Klinger-Künst-
lersozialwerk, der Verband Deutscher Puppentheater, der Verband der HörspielRe-
gie sowie die Vereinigung Alte Musik.
ALLIANZ DER FREIEN KÜNSTE
Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
Sprecher*innen:
Stephan Behrmann (BFDK)
Tel.: 0177 / 733 99 28
Lena Krause (FREO)
Tel.: 0176 / 640 92 843

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