Pressemitteilung 20.05.2021
Kulturverbände M-V fordern echte Perspektiven


Der letzte MV-Gipfel war für uns Kulturveranstalter*innen und Kulturanbieter*innen sehr
frustrierend. Im Eckpunktepapier vom 11. Mai wurden wir auf den 31. Mai vertröstet und mit
vier Modellprojekten abgespeist, die in keinem Fall das Spektrum der kulturellen Vielfalt im
Land abbilden und offenbar willkürlich festgelegt wurden.
Bundesweit erarbeitete Öffnungsszenarien der Kultusministerkonferenz* wurden
nicht berücksichtigt; es wurden wieder keine Perspektiven für die Kultur im Land
aufgezeigt. Die verabredete Öffnung von Kultur in Kopplung an die Öffnung von
Einzelhandel, Schule und Gastronomie ist nicht umgesetzt worden.


Seit Monaten sind viele Kulturverbände M-Vs in Gremien zur Erarbeitung von
Öffnungsstrategien involviert, entwickeln Konzepte und verschiedenste Szenarien – umso
enttäuschender ist die andauernde Perspektivlosigkeit.


In anderen Bundesländern sind viele Angebote bereits möglich. M-V bildet hier leider das
Schlusslicht. In 14 Bundesländern sind Ausstellungen zu besichtigen (teilweise mit
Terminvergabe, aber immerhin); in 13 Bundesländern ist Einzelunterricht in Musikschulen
erlaubt; in vielen Bundesländern gibt es Kurse in Jugendkunstschulen und soziokulturellen
Zentren mit bis zu 10 Personen.


Nicht nur Kinder und Jugendliche sind durch die Pandemie besonders beeinträchtigt. Für

alle Altersgruppen bis zu den Senior*innen stellen Angebote der kulturellen Bildung als auch
kulturelle Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag für die psychische Gesundheit dar.
Ebenso bedarf es einer Perspektive für die vielen geplanten Veranstaltungen im Sommer.
Geduldig, verständnisvoll und ohne große Klage planen Veranstalter*innen seit den letzten
Monaten und streichen dann wieder, planen um, haben Konzepte entwickelt, die den
besonderen Hygieneauflagen gerecht werden, teilweise mit eigenen Testzentren etc.


Daher fordern wir (in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz unter 100):


● ab sofort: Öffnung von Ausstellungen, Galerien, Museen, Bibliotheken und
Ermöglichung von Angeboten der Kulturellen Bildung (schulisch als auch
außerschulisch) wie bundesweit verabredet (analog zur Öffnung von
Einzelhandel, Kitas und Schulen)
● ab 23.05.: stufenweise Ermöglichung von Veranstaltungen und des
Probenbetriebs (analog zur Öffnung von Gastronomie)
● ab 07.06.: Kinder- und Jugendfreizeiten innerhalb von MV (analog zur
Öffnung des Tourismus)
● dauerhaft: verbindliche Aussagen, Perspektiven und transparente
Kommunikation mit den Kulturakteur*innen

 

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*zur Erinnerung die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz vom 05.02.2021:
1. Korrespondierend mit der Wiedereröffnung der Schulen und KiTas werden die
außerschulischen Bildungsangebote der Kultureinrichtungen und der Musik- und
Kunstschulen wieder zugelassen.
2. Museen, Galerien, Gedenkstätten und Bibliotheken sowie vergleichbare Einrichtungen
sollten spätestens mit der Eröffnung des Einzelhandels einen Basisbetrieb für die
Öffentlichkeit anbieten, auf Veranstaltungen muss jedoch zunächst verzichtet werden.
Freiluftveranstaltungen mit bis zu 250 Personen sind ebenfalls möglich.
3. In einer dritten Stufe sind auch Veranstaltungen in Theatern, Opernhäusern und
Konzerthäusern, Kinos und ähnlichen Veranstaltungsräumen sowie Proben und Auftritte
der Laien- und Amateurkultur spätestens dann zu ermöglichen, wenn auch Betriebe der
Gastronomie wieder öffnen. Grundsätzlich ist dabei ein Mindestabstand bei einem
nachverfolgbaren festen Sitzplan einzuhalten. Zudem wird der Vollbetrieb der Museen
und Freiluftveranstaltungen bis zu 500 Personen gestattet.

Kontakt: Selina Wippler | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! | 0381-4590279

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